Methodenwahl

Sanierungsverfahren: vom Kamerabefund zur passenden Methode

Sechs Leistungen, ein Grundsatz: Zuerst wird die Leitung untersucht, dann entscheidet der Befund. Unser Partnerbetrieb P&N saniert Abwasserleitungen von DN 40 bis DN 400 grabenlos, von der Fallleitung im Gebäude bis zur Grundleitung, die am Kontrollschacht an der Grundstücksgrenze endet.

Entscheidungstabelle

Welcher Befund zu welcher Methode führt

Die Tabelle ordnet typische Anlässe den sechs Leistungen zu und nennt, wo jede Methode an ihre Grenzen kommt. Sie hilft beim Einordnen, ersetzt aber keine Befahrung.

Anlass oder BefundGeeignete MethodeStärken der MethodeGrenzen
Zustand unbekannt, Kauf oder Umbau geplantKanalinspektionKamerabild und Zustandsprotokoll nach DIN EN 13508-2 mit Plan des LeitungsverlaufsZeigt Schäden, belegt aber keine Dichtheit
Zweckverband verlangt einen DichtheitsnachweisDichtheitsprüfungPrüfung mit Wasser oder Luft nach DIN EN 1610, für Grundstücksentwässerung nach DIN 1986-30, Protokoll mit MessdatenLiefert Messwerte, aber keine Ortung einzelner Schadstellen
Ablagerungen, Fett oder Wurzeln, wiederkehrender RückstauKanalreinigungHochdruckspülung mit Düse passend zu Altrohrzustand und Material, anschließend KamerakontrolleEntfernt, was im Rohr liegt, verschließt aber keine Risse
Fall- oder Sammelleitung im Haus undichtRohr-in-Rohr-Sanierung (Spraycoating)Zugang über WC oder Waschbeckensiphon, ohne Stemmarbeiten, ab 40 mm Durchmesser, verwinkelte Verläufe bis 33 m am StückAuf Leitungen innerhalb von Gebäuden ausgerichtet
Risse oder undichte Muffen entlang einer ganzen HaltungSchlauchlinerEinbau vom Schacht, Fallrohr oder Ablauf aus, ab DN 80, je nach Gegebenheit bis 100 m am Stück, Zuläufe per Fräsroboter wieder geöffnetLeitung muss vorher gereinigt und befahren sein
Einzelner Riss, Korrosionsstelle oder undichte VerbindungKurzlinerHarzgetränkte Glasfasermatte oder Filzschlauch, auf den Innendurchmesser zugeschnitten und per Druckluft angepresstBei vielen verteilten Schäden ist ein durchgehendes Verfahren sinnvoller

Welche Methode tatsächlich infrage kommt, legt unser Partnerbetrieb P&N erst nach Reinigung und Kamerabefahrung fest; danach folgt das schriftliche Angebot.

Befund und Methode

Welcher Schaden welches Verfahren nahelegt

Die Kacheln zeigen, welche Methode zu welchem Befund passt. Verbindlich wird eine Empfehlung erst, wenn P&N die Leitung befahren und die Aufnahmen ausgewertet hat.

Ohne Befund gibt es keine seriöse Empfehlung: Den Anfang macht die Kamerafahrt, danach erhalten Sie Vorschlag und schriftliches Angebot von P&N.

Leitung prüfen lassen →

Regeln im Verbandsgebiet

Was die Entwässerungssatzung von JenaWasser für die Methodenwahl bedeutet

Für Abwasserleitungen in Jena gilt die Entwässerungssatzung des Zweckverbands JenaWasser, in Kraft seit dem 1. Januar 2023. Die private Grundstücksentwässerungsanlage reicht bis einschließlich des Kontrollschachts an der Grundstücksgrenze; alles, was die Kamera auf diesem Abschnitt zeigt, liegt in der Verantwortung der Eigentümer.

Am Ende der privaten Anlage sieht die Satzung grundsätzlich einen begehbaren Kontrollschacht DN 1000 vor, ersatzweise eine Reinigungsöffnung. Über diesen Zugang erreicht die Kamera die Grundleitung, und auch eine Dichtheitsprüfung setzt dort an.

Den Einbau von Inlinern und Manschetten zählt die Satzung ausdrücklich zur Unterhaltung. Größere Unterhaltungsarbeiten sind wie Erneuerung und Änderung drei Tage vor Beginn schriftlich anzuzeigen, mit Nennung des ausführenden Unternehmens; für Herstellung, Erneuerung oder Änderung braucht es vorab die schriftliche Zustimmung des Zweckverbands.

Nach Abschluss kann JenaWasser die Inbetriebnahme davon abhängig machen, dass das beauftragte Fachunternehmen Dichtigkeit und Funktionsfähigkeit bestätigt, und einen Dichtheitsnachweis jederzeit anfordern. Deshalb gehören Kameraaufnahmen vor und nach der Arbeit zu jeder Methode, bei Bedarf ergänzt um ein Prüfprotokoll nach DIN 1986-30.

Im Verbandsgebiet gibt es Misch- und Trennsystem. Liegt ein Trennsystem an, hat ein Grundstück zwei Anschlüsse, einen für Schmutz- und einen für Regenwasser, und beide Stränge werden bei der Befahrung getrennt betrachtet.

Checkliste zur Auftragsvergabe

Sechs Punkte, an denen Sie ein solides Angebot erkennen

Mit dieser Liste prüfen Sie, ob eine Kalkulation auf Befund und Satzung aufbaut statt auf einer Schätzung.

  • Eine Summe am Telefon ist keine Grundlage. Tragfähig ist ein schriftliches Angebot, das sich auf Kamerabilder und deren Auswertung stützt.
  • Erkundigen Sie sich nach den angewandten Normen: Zustandserfassung nach DIN EN 13508-2, Prüfung nach DIN EN 1610 und bei bestehenden Grundstücksentwässerungen nach DIN 1986-30.
  • Legen Sie die Dokumentation vorher fest: Videoaufnahmen vor und nach der Arbeit, Zustandsprotokoll mit Leitungsplan, bei Bedarf das Prüfprotokoll mit Messdaten.
  • Prüfen Sie, wo Ihre Zuständigkeit endet: Für den öffentlichen Teil ist der Zweckverband JenaWasser (Betriebsführung durch die Stadtwerke Jena GmbH) zuständig. Der Kontrollschacht an der Grundstücksgrenze gehört bereits zur privaten Anlage, für die Sie als Eigentümer verantwortlich sind.
  • Behalten Sie den Rückstau im Blick: Maßgeblich ist die Höhe der Straßenmitte vor dem Grundstück, und die Sicherung dagegen bleibt Aufgabe der Eigentümer.
  • Fragen Sie nach Zugang und Betreuung: Lässt sich über vorhandene Schächte, Abläufe oder WC-Anschlüsse arbeiten, und wer begleitet Sie während der Bauzeit?
Anrufen: 0351 83809077